Wer sein Lächeln verschönern möchte, sucht oft nach einer schnellen und günstigen Lösung. Dabei rücken zwei Namen in den Fokus: Invisalign Go und DrSmile. Beide versprechen gerade Zähme in wenigen Monaten. Doch als Fachzahnärztin für Kieferorthopädie sehe ich täglich Patienten, die die Schattenseiten dieser „Quick-Fix“- Methoden erleben.
Ist das eine System wirklich besser als das andere – oder bergen beide Risiken, die sie kennen sollten?
Invisalign Go ist ein Produkt des Weltmarktführers für Zahnärzte, während DrSmile ein Direct-to-Comsumer Anbieter ist, der primär auf Fernbehandlung setzt.
Nein. Sowohl Invisalign Go als auch DrSmile sind nur für leichte ästhetische Korrekturen im Frontzahnbereich konzipiert.
Das Problem der „schnellen“ Frontzahnkorrektur: Protrusion
Sowohl DrSmile als auch Invisalign Go konzentrieren sich oft nur darauf, die Zähne in der Front gerade zu rücken. Da im Kiefer jedoch meist Platzmangel herrscht, werden die Zähne bei diesen Systemen häufig einfach nach vorne gekippt (Protrusion). Das Ergebnis sieht auf den ersten Blick gerade aus, führt aber zu einem „vorgeschobenen“ Gebiss, das die Lippen unnatürlich nach vorne drückt.
Protrusion ist das nach vorne Kippen der Zähne. Wenn der Platz fehlt, werden die Zähne wie ein Fächer nach vorne gedrückt, was instabil sein kann.
Weil diese Systeme oft keinen ganzheitlichen Platzgewinn im Seitenzahnbereich planen, sondern nur die Optik der Frontzähne priorisieren.
Die medizinische Gefahr: Durchbrechen der Knochenlamelle
Ein Risiko über das Marketing-Broschüren selten sprechen, ist die Gesundheit des Knochens. Wenn Frontzähne ohne fachärztliche Planung massiv nach anterior (vorne) bewegt werden, kann die Zahnwurzel die hauchdünne äußere Knochenlamelle durchbrechen (Fenestration). Da Invisalign Go oft von Hauszahnärzten ohne kieferorthopädische Spezialisierung genutzt wird und DrSmile primär per App kontrolliert wird, wird dieses Risiko oft zu spät erkannt.
Ja, durch eine präzise kieferorthopädische Planung, die die Wurzelbewegung im Knochenraum (Envelope of Motion) berücksichtigt.
Es drohen irreversibler Zahnfleischrückgang, Entzündungen und im schlimmsten Fall der Verlust der betroffenen Zähne.
In der Regel erfolgt bei Fernbehandlungs-Modellen keine spezifische Kontrolle der Knochenbiologie durch einen Kieferorthopäden vor Ort.
ASR: Warum bei Invisalign Go und DrSmile oft zu viel geschliffen wird.
Um Platz für die Zähne zu schaffen, nutzen beide Systeme die ASR (Approximale Schmelzredukation). Da diese Kurz-Systeme kaum Möglichkeiten haben, den gesamten Zahnbogen zu weiten, muss oft übermäßig viel Zahnschmelz zwischen den Zähnen abgeschliffen werden. Dies macht die Zähne kälteempfindlicher und anfälliger, wenn es nicht mit höchster Präzision durchgeführt wird.
Das minimale Polieren der Zahnzwischenräume, um Platz für Engstände zu schaffen.
Weil ohne kieferorthopädische Expertise oft „auf Lücke“ geschliffen wird, um eine Behandlung in das starre System von Go zu pressen.
Kiefergelenksrisiko – Warum „schnell“ oft „schmerzhaft“ bedeutet
Ein oft völlig ignorierter Aspekt bei der Frontzahnkorrektur durch DrSmile oder Invisalign Go ist die Auswirkung auf die Kiefergelenke. Wenn im Unterkiefer Frontzähne unkontrolliert nach vorne gekippt werden (Protrusion), verändert das die gesamte Führung des Unterkiefers beim Zusammenbiss.
Häufig entsteht dadurch ein massiver Druck auf das Kiefergelenk nach hinten (dorsal). Dieser Druck presst die Gelenkköpfe gegen das empfindliche Gewebe hinter der Gelenkpfanne (bilaminäre Zone) und kann den Diskus (die Knorpelscheibe) nach vorne aus seiner Position schieben (anteriore Discusvorverlagerung).

Die Folgen:
- Ein Kieferknacken beim Öffnen oder Schließen des Mundes.
- Chronische Kopfschmerzen oder Nackenverspannungen (CMD).
- Langfristige Abnutzung des Gelenkknorpels.
Während manche Anbieter nur auf das Foto Ihres Lächelns schauen, achtet ein Kieferorthopädeauch darauf, dass Ihre Kiefergelenke in einer gesunden Position bleiben.
Ja, wenn die Zähne so bewegt werden, dass der Unterkiefer in eine unnatürliche Position (meist nach dorsal) gedrängt wird, kann dies zu Schmerzen und Knacken führen.
Dabei rutscht die Knorpelscheibe im Gelenk nach vorne. Dies geschieht oft durch falschen Druckbeiinstabiken Zahnkorrekturen.
Weil die Planung bei Ärzten auf der ilovemysmile Seite die Funktion des Gelenks mit einbezieht , statt nur die Frontzähne „gerade zu schieben“.
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