Ein gerades Lächeln per Post nach Hause schicken lassen? Was verlockend klingt, birgt im klinischen Alltag oft Risiken, die in Hochglanz- Werbebroschüren keine Platz finden. Als Fachzahnärztin für Kieferorthopädie sehe ich in meiner Praxis leider immer häufiger Patienten, bei denen die „schnelle Schiene“ nicht das gehalten hat, was versprochen wurde.
Ärztliche Expertise von Dr. Angelika Frankenberger: „Zahnbewegung ist ein hochkomplexer biologischer Prozess. In diesem Realitätscheck räume ich mit Mythen auf und erkläre Ihnen, warum eine Aligner-Therapie ohne engmaschige fachärztliche Begleitung riskant für Ihre Zahngesundheit sein kann. Es geht um mehr als nur Ästhetik – es um Ihren Biss und Ihre langfristige Gesundheit.“

Dr. Angelika Frankenberger
Invisalign Blue Diamond Doctor
Inhaltsverzeichnis
- 1. Mythos vs. Realität: Reicht ein Abdruck zu Hause?
- 2. Der große Vergleich: Fachzahnarzt vs. Online-Anbieter
- 3. Die biologische Grenze: Was im Kiefer passiert
- 4. Die unsichtbare Gefahr: Wenn der Biss nicht mehr stimmt
- 5. Was passiert, wenn es schiefgeht?
- 6. Kosten-Check: Was kostet die Sicherheit wirklich?
- FAQ: Das fragen meine Patienten am häufigsten
1. Mythos vs. Realität: Reicht ein Abdruck zu Hause?
Viele Anbieter werben amit, dass Sie den Abdruck für Ihre Schienen einfach selbst auf dem Sofa machen können.
Die Realität: Ein Aligner ist nur so gut wie die Daten, auf denen er basiert. Als Laie ist es fast unmöglich, die Umschlagfalte und den Zahnhals so präzise zu erfassen, wie es für eine perfekte Schiene nötig ist:
- Mein Experten-Tipp: In meiner Praxis setzen wir ausschließlich auf den digitalen 3D-Scan. Er ist fehlerfrei, zeigt uns Details, die eine Silikonmasse niemals erfassen könnte, und schließt den klassischen „Würgereiz“ beim Abdruck aus.
2. Der große Vergleich: Fachzahnarzt vs. Online-Anbieter
Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, habe ich die wichtigsten Unterschiede hier zusammengefasst.
| Merkmal | Fachzahnarzt (ilovemysmile) | Online-Aligner-Shops |
|---|---|---|
| Voruntersuchung | umfassend (inkl. Röntgen & Gelenkcheck) | Meist nur Fotos und Heim-Abdruck |
| Behandlungsplan | individuell durch Kieferorthopäden | Oft rein KI-basiert (Algorithmus= |
| Röntgenkontrolle | zwingend (Ausschluss von Entzündungen) | wird oft komplett weggelassen |
| Ansprechpartner | persönlich vor Ort/ Virtual Care | meist nur via App oder Support-Hotline |
| Korrektur (Biss) | Fokus auf Ästhetik und Funktion | Fokus fast nur auf die Frontzähne |
| Erfolgsgarantie | ärztliche Verantwortung | eingeschränkt durch AGB |
3. Die biologische Grenze: Was im Kiefer passiert
Warum lassen sich manche Zähne nicht einfach „verschieben“? In der Kieferorthopädie arbeiten wir mit dem sogenannten Parodontalspalt. Wenn Druck auf einen Zahn ausgeübt wird, baut der Körper auf der einen Seite Knochen ab und auf der anderen Seite wieder auf.
Das Risiko: Wenn dieser Prozess zu schnell oder unkontrolliert passiert – wie oft bei Do-it-yourself-Schienen -, riskieren wir Wurzelverkürzungen (Resorptionen). Ein Fachzahnarzt kontrolliert diesen Prozess alle paar Wochen. Wir bewegen Zähne nicht gegen die Biologie, sondern mit ihr.
Warum lassen sich manche Zähne nicht einfach „verschieben“? In der Kieferorthopädie arbeiten wir mit dem Zahn ausgeübt wird, baut der Körper auf der einen Seite Knochen ab und auf der anderen Seite auf. Wenn dieser Prozess zu schnell oder unkontrolliert passiert – wie oft bei Do-it-yourself-Schienen -, riskieren wir Wurzelverkürzungen (Resorptionen). Ein Fachzahnarzt kontrolliert diesen Prozess alle paar Wochen. Wir bewegen Zähne nicht gegen die Biologie, sondern mit ihr.
4. Die unsichtbare Gefahr: Wenn der Biss nicht mehr stimmt
Günstige Aligner-Anbieter konzentrieren sich oft nur auf die vorderen sechs Zähne. Das sieht auf Vorher-Nachher-Fotos schnell gut aus, vernachlässigt aber das Fundament: Ihren Zusammenbiss (Okklusion).
Wenn Zähne bewegt werden, verändert sich das Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer. Eine unkontrollierte Verschiebung ohne Blick auf die Seitenzähne kann zu
- schmerzhaften Kiefergelenksbeschwerden (CMD),
- chronischen Nackenschmerzen,
- Tinnitus oder vorzeitigem Verschleiß der Zahnhöcker führen.
5. Was passiert, wenn es schiefgeht?
„In meiner Sprechstunde sehe ich oft die „Opfer“ der Post-Versand-Schienen. Patienten kommen mit einem offenen Biss (die Zähne treffen sich vorne nicht mehr) oder extremen Zahnfleischrückgang. Eine Korrektur dieser Fehler ist oft doppelt so teuer wie eine von Anfang an fachärztlich begleitete Therapie. Mein Rat: Wenn kein Kieferorthopäde vor Ort Ihre Kiefergelenke prüft, ist es kein medizinisches Verfahren, sondern ein Glücksspiel.“

6. Kosten-Check: Was kostet die Sicherheit wirklich?
Oft werden Lockvogelangebote für 1700 Euro oder 400 Euro Rabatte gemacht. Doch schauen Sie ins Kleingedruckte: Ist die Voruntersuchung mit drin? Die Röntgenbilder? Die Korrekturschienen (Refinements), wenn das Ziel nicht beim ersten mal ereicht wurde? Und vor allem: Der Retainer am Ende, der verhindert, dass sich alles wieder verschiebt?
In meiner Praxis kalkulieren wir fair und medizinisch sinnvoll. Eine seriöse Behandlung beinhaltet die voll ärztliche Kontrolle. Wir bieten zudem flexible Finanzierungsmodelle an, damit Qualität nicht am Budget scheitert.
FAQ: Das fragen meine Patienten am häufigsten
Ja, das passiert oft. Wir machen dann erst einmal eine Bestandaufnahme, um zu retten, was vielleicht falsch gelaufen ist.
Ein Druckgefühl ist normal – es zeigt, dass die Zähne arbeiten. Echter Schmerz sollte aber nie dauerhaft sein und muss ärztlich abgeklärt werden.
Um sicherzustellen, dass keine Entzündungen an der Wurzelspitze vorliegen. Zähne in eine Entzündung zu bewegen, kann zum Zahnverlust führen.
Was Sie jetzt tun können:
Wenn Sie unsicher sind, ob eine Aligner-Behandlung für Sie das Richtige ist, kommen Sie zu einem Beratungsgespräch vorbei. Wir schauen uns nicht nur Ihre Zähne an, sondern Ihr gesamtes Kausystem.
Transparenz-Hinweis: Die Artikel auf ilovemysmile.de werden nicht von Aligner- oder Dentalherstellern bezahlt und orientieren sich an wissenschaftlichen Fachgesellschaften.


