Einige häufig gestellte Fragen zum Thema „Parkinson und das Kiefergelenk“ könnten sein:
- Welchen Einfluss hat Parkinson auf das Kiefergelenk?
- Gibt es spezielle Kieferübungen für Menschen mit Parkinson?
- Wie kann man mit Kieferbeschwerden bei Parkinson umgehen?
- Welche Art von zahnärztlicher Versorgung benötigen Menschen mit Parkinson?
- Kann Parkinson zu Zähneknirschen oder nächtlichem Zähneknirschen führen?
- Welche Hilfsmittel stehen Menschen mit Parkinson zur Verfügung, um Kieferprobleme zu bewältigen?
- Welche Rolle spielt die Parkinson-Medikation bei Kieferproblemen?
Diese Fragen bieten einen Einblick in die Herausforderungen, denen Menschen mit Parkinson im Zusammenhang mit dem Kiefergelenk gegenüberstehen könnten. Es ist wichtig zu betonen, dass die Auswirkungen von Parkinson individuell variieren können, und eine enge Zusammenarbeit zwischen einem Zahnarzt, einem Neurologen und anderen Fachleuten ist entscheidend, um eine umfassende Versorgung und Unterstützung zu gewährleisten.
Parkinson-Diagnose beim Kieferorthopäden: Warum unser Fachbereich oft der erste Hinweisgeber ist
Vielleicht fragen Sie sich , wie es möglich ist, dass eine Erkrankung wie Parkinson in einer kieferorthopädischen Praxis entdeckt wird. Während die Diagnose „Parkinson natürlich immer durch spezialisierte Neurologen gestellt wird, beobachten wir als Kieferorthopäden oft Symptome im Mund- und Kieferbereich, die Jahre vor der eigentlichen motorischen Verschlechterung auftreten können.
Warum unser geschulter Blick auf Ihr Kausystem oft der erste Hinweis auf eine neurologische Veränderung ist, erklären wir Ihnen hier.
Das Kausystem als Spiegel neurologischer Prozesse
Das Kausystem ist ein hochkomplexes Zusammenspiel aus Knochen, Gelenken, Nerven und Muskeln. Da Parkinson das zentrale Nervensystem betrifft, das unter anderem unsere Muskelspannung steuert, zeigen sich erste Anzeichen häufig dort, wo die feinmotorische Koordination besonders gefordert ist – im Kiefer.
1. Veränderte Muskelspannung (Rigidität)
Eines der Hauptsymptome bei Parkinson ist die Muskelsteifigkeit (Rigor). Im Kieferbereich äußert sich dies oft durch.
- Erhöhte Anspannung der Kiefermuskulatur: Wir bemerken bei der Untersuchung, dass der Muskeltonus ungewöhnlich hoch ist, ohne dass eine klassische Fehlstellung vorliegt.
- Veränderte Kieferbeweglichkeit: Wenn der Kiefer sich bei der Untersuchung starrer anfühlt oder die gewohnte Elastizität bei der Mundöffnung fehlt, ist dies für uns ein wichtiger Indikator.
2. Bruxismus und Zähneknirschen
Nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus) ist zwar weit verbreitet, bei Parkinson-Patienten beobachten wir jedoch häufig eine spezifische Form. Diese tritt oft nicht nur nachts, sondern auch tagsüber unbewusst auf. Die Abnutzungsspuren an den Zähnen sind hierbei oft symmetrischer und intensiver ausgeprägt, als es durch Stress allein erklärbar wäre.
3. Veränderungen der Zungenbewegung
Die Zunge ist einer der aktivsten Muskeln im Körper. Parkinson kann dazu führen, dass die Zunge ihre gewohnte Beweglichkeit verliert oder unwillkürliche Bewegungen ausführt. Bei einer kieferorthopädischen Kontrolle oder während einer Aligner-Behandlung fällt uns auf, wenn die Zunge gegen die Zähne drückt oder der Schluckvorgang (das sogenannte viszerale Schluckmuster) verändert ist.
Warum wir engmaschige Begleiter sind
Im Gegensatz zu vielen anderen Fachärzten sehen wir als Kieferorthopäden unsere Patienten oft in regelmäßigen Abständen über einen längeren Zeitraum hinweg. Dieser zeitliche Verlauf macht uns zu aufmerksamen Beobachtern. Wenn wir feststellen, dass sich die motorische Kontrolle Ihres Kiefers schleichend verändert – sei es bei der Mundöffnung, beim Schlucken oder durch eine Zunahme von Verspannungen – sprechen wir das offen an.
Wichtig: Wir stellen keine Diagnose. Wir sind jedoch Ihr Partner, der Veränderungen erkennt und Sie im Zweifelfall ermutigt, frühzeitig einen Neurologen aufzusuchen.
Hilfe für Betroffene: Kieferorthopädie trotz Parkinson
Sollte bei Ihnen bereits eine Diagnose vorliegen, bedeutet das keineswegs, dass Sie auf eine kieferorthopädische Behandlung, beispielsweise mit Alignern, verzichten müssen. Wir haben in unserer Praxis Erfahrung damit, Behandlungskonzepte an die Bedürfnisse von Patienten mit motorischen Einschränkungen anzupassen:
- Unterstützung bei der Handhabung: Wir zeigen Ihnen spezielle Griffe und Hilfsmittel, mit denen Sie Ihre Schienen auch bei Tremor sicher einsetzen und entnehmen können.
- Schonende Behandlungsplanung: Wir legen Wert auf eine sanfte Zahnbewegung, um den Druck auf das Kiefergelenk so gering wie möglich zu halten.
Sie haben Fragen oder sind unsicher?
Wenn Sie bei sich oder einem Angehörigen ungewöhnliche Veränderungen im Kieferbereich, ein verstärktes Knirschen oder eine eingeschränkte Beweglichkeit feststellen, zögern Sie nicht, uns anzusprechen. Eine frühzeitige Abklärung kann die Lebensqualität entscheidend verbessern.
Aligner-Behandlung bei Parkinson – Herausforderungen und Lösungen
Viele Patienten mit einer Parkinson-Diagnose wünschen sich eine Korrektur ihrer Zahnfehlstellung, schrecken jedoch vor einer festen Zahnspange zurück. Die Aligner-Therapie (z.B. Invisalign, Angel Align, Smartee, ClearCorrect) ist hier oft die ideale Wahl, da sie herausnehmbar und sanfter zum Zahnfleisch ist. Wir wissen jedoch aus der Praxis, dass die Handhabung – speziell bei motorischen Einschränkungen – eine Herausforderung darstellen kann.
Gemeinsam finden wir Wege, damit Sie trotzt der Diagnose Ihre Behandlung sicher und entspannt durchführen können.
Die Herausforderungen: Was erschwert den Alltag?
Die Symptome von Parkinson sind individuell sehr unterschiedlich, doch häufig treten im Kontext der Aligner-Behandlung folgende Hürden auf:
- Eingeschränkte Feinmotorik: Ein Tremor (Zittern) oder eine verminderte Geschicklichkeit der Finger kann das präzise Einsetzen und Herausnehmen der Schienen erschweren.
- Muskuläre Steifigkeit (Rigor): Wenn die Kiefermuskulatur stark verspannt ist, kann das Öffnen des Mundes für den Wechsel der Aligner zeitweise anstrengender sein.
- Unbewusste Kieferbewegungen: Manche Patienten neigen dazu, unbewusst stark auf die Schienen zu beißen, was die Materialbelastung erhöht.
Unsere Lösungen: So meistern wir die Behandlung gemeinsam
Wir passen die Aligner-Therapie an Ihre Bedürfnisse an. Hier sind unsere bewährten Strategien, um die Behandlung für Sie so komfortable wie möglich zu gestalten:
- Das „Medikamenten-Fenster“ nutzen: Wir beraten Sie dazu, die Aligner bevorzugt in den Phasen des Tages zu wechseln, in denen ihre Medikamente optimal wirken und Ihre motorische Kontrolle am besten ist. („On-Phase“).
- Spezielle Hilfsmittel (Aligner-Hooks): Es gibt spezielle Ausziehwerkzeuge (Aligner-Hooks oder Chewie-Halter), die das Greifen der Schienen massiv erleichtern. Selbst bei eingeschränkter Feinmotorik bieten diese Werkzeuge einen stabilen Halt, um die Schienen ohne Kraftanstrengung sicher zu entfernen.
- Individuelle Behandlungsplanung: Wir gestalten den Wechselrhythmus der Aligner so, dass er für Sie stressfrei bleibt. Wenn Sie mehr Zeit benötigen, um sich an eine neue Schiene zu gewöhnen, passen wir den Plan entsprechend an.
- Einbeziehung von Angehörigen: Sollten Sie Unterstützung benötigen, schulen wir gerne eine Begleitperson in unserer Praxis. Wir zeigen Ihnen gemeinsam, worauf beim Einsetzen zu achten ist, damit Sie sich zu Hause sicher fühlen.
- Schutz vor Bruxismus: Da Parkinson- Patienten häufig stärker knirschen, verstärken wir gegebenenfalls das Material der Schienen oder ergänzen bei Bedarf eine zusätzliche Schutzschiene für die Nacht, um die Aligner zu schonen.
Unser Ziel: Die Aligner Behandlung soll Ihnen Lebensqualität und ein schönes Lächeln schenken – und kein zusätzlicher Stressfaktor sein. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Behandlung für Sie infrage kommt, laden wir Sie herzlich zu einem persönlichen Gespräch ein. Wir nehmen uns die Zeit, Ihre motorischen Bedürfnisse genau zu verstehen und gemeinsam eine machbare Lösung zu erarbeiten.
Welchen Einfluss hat Parkinson auf das Kiefergelenk?
Parkinson kann verschiedene Auswirkungen auf das Kiefergelenk haben, darunter:
- Steifheit und Bewegungseinschränkungen: Parkinson führt oft zu Muskelsteifheit, einschließlich der Muskulatur um das Kiefergelenk, was die Beweglichkeit beeinträchtigen kann.
- Kauen und Schlucken: Die Koordination von Kau- und Schluckbewegungen kann durch Parkinson beeinträchtigt werden, was dann zu Schwierigkeiten beim Essen und Schlucken führen kann.
- Mundöffnung und Schließung: Die Fähigkeit zur Mundöffnung und -schließung kann eingeschränkt sein, was das Sprechen und Essen beeinflussen kann.
- Gesichtsmuskulatur: Parkinson kann die Gesichtsmuskulatur beeinflussen, was zu einem maskenhaften Gesichtsausdruck und möglicherweise zu Schwierigkeiten beim Ausdrücken von Emotionen führen kann.
- Zahnärztliche Probleme: Die Mundhygiene kann aufgrund von motorischen Einschränkungen vernachlässigt werden, was das Risiko von Zahnproblemen erhöht.
Die Symptome variieren von Person zu Person, und eine enge Zusammenarbeit zwischen einem Zahnarzt, einem Neurologen und anderen Fachleuten ist entscheidend, um die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen zu bewerten und angemessene Maßnahmen zu ergreifen. Frühzeitige Intervention und Pflege sind wichtig, um die Mundgesundheit und die Lebensqualität zu erhalten.
Gibt es spezielle Kieferübungen für Menschen mit Parkinson?
Ja, es gibt spezielle Kieferübungen, die für Menschen mit Parkinson entwickelt wurden, um die Muskulatur im Kiefer- und Gesichtsbereich zu stärken und die Koordination beim Kauen und Schlucken zu verbessern. Diese Übungen können auch dazu beitragen, die Mundöffnung und -schließung zu fördern. Hier sind einige Beispiele:
- Mundöffnungsübungen: Öffnen Sie den Mund so weit wie möglich und halten Sie die Position für einige Sekunden. Wiederholen Sie dies mehrmals, um die Mundöffnung zu verbessern.
- Zungenübungen: Berühren Sie abwechselnd jeden Zahn mit Ihrer Zungenspitze, um die Zungenmuskulatur zu stärken.
- Kiefermuskeldehnung: Neigen Sie Ihren Kopf leicht nach hinten und öffnen Sie dabei den Mund, um eine Dehnung der Kiefermuskulatur zu erreichen. Halten Sie diese Position für einige Sekunden und wiederholen Sie dies.
- Kauübungen: Kauen Sie auf weichen Nahrungsmitteln, wie z. B. Kaugummi oder weichen Gemüsestücken, um die Kiefermuskulatur zu stärken.
- Lippen- und Wangenübungen: Pusten Sie Luft in die Wangen und halten Sie die Position für einige Sekunden. Wiederholen Sie dies, um die Muskulatur der Lippen und Wangen zu stärken.
Es ist wichtig, diese Übungen unter Anleitung eines Fachmanns durchzuführen, wie zum Beispiel eines Logopäden oder Physiotherapeuten, der auf die Bedürfnisse von Menschen mit Parkinson spezialisiert ist. Ein individualisierter Ansatz, der die spezifischen Herausforderungen berücksichtigt, kann effektiver sein. Darüber hinaus ist die regelmäßige Anwendung der Übungen wichtig, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.
Wie kann man mit Kieferbeschwerden bei Parkinson umgehen?
Der Umgang mit Kieferbeschwerden bei Parkinson erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der medizinische, zahnärztliche und therapeutische Interventionen umfassen kann. Hier sind einige bewährte Ansätze:
- Multidisziplinäre Betreuung: Eine enge Zusammenarbeit zwischen Neurologen, Zahnärzten, Logopäden, Physiotherapeuten und anderen Fachleuten ist entscheidend, um die spezifischen Bedürfnisse zu verstehen und effektive Maßnahmen zu planen.
- Medikamentöse Anpassungen: In einigen Fällen können Anpassungen der Parkinson-Medikation dazu beitragen, die Symptome zu lindern, einschließlich solcher, die mit Kieferproblemen verbunden sind. Dies sollte jedoch in Absprache mit einem Neurologen erfolgen.
- Physiotherapie und Logopädie: Spezialisierte Übungen unter Anleitung von Physiotherapeuten und Logopäden können dazu beitragen, die Muskulatur im Kiefer- und Gesichtsbereich zu stärken, die Koordination zu verbessern und das Schlucken zu erleichtern.
- Ernährungsberatung: Ein Ernährungsexperte kann Empfehlungen für angepasste Diäten oder Texturmodifikationen geben, um die Ernährung und das Schlucken zu erleichtern.
- Zahnärztliche Versorgung: Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sind wichtig, um Mundgesundheit und Hygiene aufrechtzuerhalten. Ein Zahnarzt kann auch eine individuell angepasste Mundpflegeroutine empfehlen.
- Spezielle Hilfsmittel: Je nach Bedarf können bspw. spezielle Hilfsmittel wie angepasste Bestecksets, spezielle Tassen oder andere unterstützende Geräte das Essen erleichtern.
- Angepasste Ernährung: Weiche oder flüssige Nahrungsmittel können die Herausforderungen beim Kauen und Schlucken minimieren. Eine ausgewogene Ernährung, die leicht zu kauen ist, ist wichtig.
- Psychosoziale Unterstützung: Parkinson kann psychische Belastungen mit sich bringen. Psychosoziale Unterstützung durch Therapeuten oder Selbsthilfegruppen kann helfen, den emotionalen Umgang mit den Herausforderungen zu bewältigen.
Jeder Fall ist einzigartig, und individuelle Bedürfnisse können variieren. Die Anpassung der Betreuung an die spezifischen Symptome und Einschränkungen ist entscheidend, um die Lebensqualität zu verbessern.


Welche Art von zahnärztlicher Versorgung benötigen Menschen mit Parkinson?
Menschen mit Parkinson benötigen spezielle zahnärztliche Betreuung, um ihre Mundgesundheit zu erhalten und mögliche Probleme im Zusammenhang mit der neurologischen Erkrankung zu bewältigen. Hier sind einige Aspekte der zahnärztlichen Versorgung für Menschen mit Parkinson:
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen sind wichtig, um frühzeitig auf Probleme wie Karies, Zahnfleischerkrankungen oder Mundinfektionen reagieren zu können.
- Mundhygieneanleitung: Menschen mit Parkinson können aufgrund von Bewegungseinschränkungen oder Koordinationsproblemen Schwierigkeiten bei der Mundhygiene haben. Der Zahnarzt kann spezifische Anleitungen zur optimalen Pflege geben.
- Zahnreinigung: Professionelle Zahnreinigungen sind wichtig, um dadurch Plaque und Zahnstein zu entfernen, die zu Zahnproblemen führen können.
- Spezielle Anpassungen: Bei Schwierigkeiten mit der Mundöffnung oder -schließung kann man zahnärztliche Instrumente oder Behandlungseinheiten anpassen, um den Komfort zu verbessern.
- Kiefergelenkuntersuchung: Eine Untersuchung des Kiefergelenks kann notwendig sein, um somit mögliche Probleme wie Kiefergelenkentzündungen oder Dysfunktionen zu identifizieren.
- Angepasste Behandlungszeiten: Flexibilität bei der Terminplanung ist wichtig, um die individuellen Bedürfnisse und möglichen Herausforderungen bei der Behandlung von Menschen mit Parkinson zu berücksichtigen.
- Zusammenarbeit mit anderen Fachleuten: Der Zahnarzt kann mit anderen Fachleuten, wie Neurologen, Logopäden und Physiotherapeuten, zusammenarbeiten, um eine umfassende Betreuung sicherzustellen.
- Notfallvorbereitung: Es ist wichtig, dass das zahnärztliche Team auf mögliche Notfälle vorbereitet ist und die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Parkinson berücksichtigt.
Die Betreuung sollte individuell angepasst werden, um die besonderen Bedürfnisse und Herausforderungen jedes Patienten zu berücksichtigen. Eine offene Kommunikation zwischen dem Patienten, dem Zahnarzt und anderen Gesundheitsdienstleistern ist entscheidend, um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.
Kann Parkinson zu Zähneknirschen oder nächtlichem Zähneknirschen führen?
Ja, Parkinson kann zu Zähneknirschen (Bruxismus), sowohl tagsüber als auch nachts, führen. Die genauen Gründe für Bruxismus bei Parkinson-Patienten sind komplex und können mehrere Faktoren umfassen:
- Neurologische Veränderungen: Parkinson ist eine neurologische Erkrankung, die Veränderungen im Gehirn verursacht. Diese Veränderungen können auch die Kontrolle über die Muskeln bspw. im Kieferbereich beeinflussen.
- Muskelrigidität: Die Muskelsteifheit oder Rigor, die bei Parkinson auftritt, kann zu übermäßigem Druck auf die Zähne führen.
- Stress und Angst: Parkinson und die damit verbundenen Herausforderungen können Stress und Angst verursachen, was wiederum dadurch Bruxismus verstärken kann.
- Medikamentöse Nebenwirkungen: Einige Medikamente, die zur Behandlung von Parkinson eingesetzt werden, können Nebenwirkungen wie Bruxismus haben.
- Unwillkürliche Bewegungen: Unwillkürliche Bewegungen, die bei Parkinson auftreten können, können sich auch auf den Kiefer und somit das Zähneknirschen auswirken.
Welche Hilfsmittel stehen diesen Menschen zur Verfügung, um Kieferprobleme zu bewältigen?
Menschen mit Parkinson, die unter Kieferproblemen leiden, können von verschiedenen Hilfsmitteln und Techniken profitieren, um ihre Lebensqualität zu verbessern. Hier sind einige Möglichkeiten, wie Kieferprobleme bewältigt werden können:
- Aufbissschiene (Biss-Schiene): Eine individuell angepasste Aufbissschiene, die während des Schlafs getragen wird, kann helfen, Zähne vor nächtlichem Zähneknirschen zu schützen und den Druck auf das Kiefergelenk zu reduzieren.
- Spezielle Bestecksets: Besteck mit ergonomischem Design oder speziellen Griffen kann das Essen erleichtern, insbesondere wenn Schwierigkeiten beim Greifen oder Kontrollieren auftreten.
- Rutschfeste Matten: Rutschfeste Matten auf Tischen können dazu beitragen, Geschirr oder Besteck während der Mahlzeiten sicher zu halten.
- Flüssige Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel: Bei Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken können flüssige Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel in Betracht gezogen werden, um die Ernährung zu gewährleisten.
- Weiche Zahnbürste: Eine weiche Zahnbürste kann für Menschen mit Parkinson, die an Muskelsteifheit leiden, schonender sein.
- Ergonomische Kissen: Ergonomische Kissen können dazu beitragen, den Kopf in einer bequemeren Position zu halten und mögliche Belastungen im Kiefer- und Nackenbereich zu minimieren.
- Sprach- und Schlucktherapie: Ein Logopäde kann spezielle Übungen anbieten, um die Muskulatur im Mund- und Kieferbereich zu stärken und die Koordination von Kauen und Schlucken zu verbessern.
- Sprechhilfen: Bei Schwierigkeiten mit der Aussprache können elektronische Sprechhilfen oder Kommunikationsgeräte unterstützen.
Welche Rolle spielt die Parkinson-Medikation bei Kieferproblemen?
Die Parkinson-Medikation spielt eine bedeutende Rolle bei der Behandlung der motorischen Symptome der Parkinson-Krankheit, aber sie kann auch Einfluss auf andere Bereiche des Körpers haben, einschließlich des Kiefergelenks und der Muskulatur im Mundbereich. Einige Aspekte, die berücksichtigt werden sollten:
- Muskelsteifheit und -entspannung: Parkinson-Medikamente, insbesondere Levodopa, werden oft verschrieben, um die Muskelsteifheit zu lindern. Dies kann sich positiv auf die Muskulatur im Kiefer- und Mundbereich auswirken, indem sie entspannter wird.
- Nebenwirkungen: Einige Parkinson-Medikamente können Nebenwirkungen haben, die den Mund- und Kieferbereich beeinflussen können. Zum Beispiel können unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien) auftreten, die auch den Kiefer betreffen können.
- Speichelproduktion: Einige Medikamente können die Speichelproduktion beeinflussen. Dies kann dazu führen, dass einige Menschen vermehrten Speichelfluss haben, während andere unter Mundtrockenheit leiden.
- Bewegungskoordination: Parkinson-Medikamente zielen darauf ab, die Bewegungskoordination zu verbessern. Dies kann sich auf die Kontrolle beim Kauen und Schlucken auswirken.
- Individualisierte Anpassungen: Die Medikation wird individuell angepasst, basierend auf den spezifischen Symptomen und Bedürfnissen des Patienten. Änderungen in der Medikation können manchmal notwendig sein, um somit mögliche Auswirkungen auf den Kieferbereich zu berücksichtigen.
Es ist wichtig, dass Patienten regelmäßige Rückmeldungen über ihre Symptome geben, damit Änderungen in der Medikation in Betracht gezogen werden können. Die Zusammenarbeit mit bspw. einem Neurologen und anderen Fachleuten im Gesundheitsteam, einschließlich Zahnärzten und Therapeuten, ist entscheidend, um eine umfassende Betreuung sicherzustellen und die bestmögliche Lebensqualität zu gewährleisten.

Häufige Fragen zu Parkinson und kieferorthopädischer Behandlung
Ja, das ist grundsätzlich möglich. Ob eine Behandlung sinnvoll ist, hängt von Ihrem individuellen Krankheitsverlauf und Ihrer motorischen Kontrolle ab. Wir beurteilen dies gemeinsam in einem persönlichen Beratungsgespräch, bei dem wir auch prüfen, ob Sie die Schienen selbstständig oder mit Unterstützung handhaben können.
Wir empfehlen Ihnen dringend, dies kurz mit Ihrem behandelnden Neurologen zu besprechen. Da Kieferorthopädie Auswirkungen auf die Kiefermuskulatur und den gesamten Kauapparatur hat, ist es für eine ganzheitliche Therapie immer hilfreich, wenn Ihre Ärzte voneinander wissen. Wir stehen bei Bedarf gerne für einen fachlichen Austausch zur Verfügung.
Die Kostenübernahme für kieferorthopädische Behandlungen bei Erwachsenen ist individuell sehr verschieden und hängt von Ihrer Versicherung und der medizinischen Notwendigkeit ab. Sollte die Behandlung aufgrund von Kiefergelenksbeschwerden, die durch Parkinson verstärkt werden, medizinisch indiziert sein, kann dies die Chancen auf eine (Teil-) Erstattung verbessern. Wir beraten Sie gerne bei der Erstellung des Behandlungsplans für Ihre Krankenkasse.
Das ist eine Sorge, die viele Patienten teilen. Wir integrieren von Anfang an Angehörige oder Pflegepersonen in den Prozess, falls gewünscht. Zudem gibt es spezielle Hilfsmittel, die das Handling erleichtern. Niemand muss die Behandlung alleine bewältigen – wir sind an Ihrer Seite.
Nein, die Aligner sind im Vergleich zu festsitzenden Zahnspangen sehr sanft. Bei Parkinson Patienten achten wir besonders darauf, den Druck auf die Zähne und das Kiefergelenk so gering wie möglich zu halten, um Verspannungen zu vermeiden. Ihr Komfort hat für uns oberste Priorität.
Transparenz-Hinweis: Die Artikel auf ilovemysmile.de werden nicht von Aligner- oder Dentalherstellern bezahlt und orientieren sich an wissenschaftlichen Fachgesellschaften.


